Pädagogisches Konzept: ganzheitlicher Erziehungsansatz

Unser überkonfessioneller Erziehungs- und Bildungsansatz vereint Aspekte aus vier pädagogischen Konzepten mit dem Ziel der ganzheitlichen Förderung:

Maria Montessori: „Hilf mir, es selbst zu tun.“

Wir unterstützen die Kinder durch strukturierte Tagesabläufe und wiederkehrende Rhythmen, Rituale und Regeln. Rituale geben Orientierungshilfe und Sicherheit, so dass die Kinder sich selbstbestimmt und eigenverantwortlich innerhalb der vorgegeben Rahmen entfalten und bewegen können. Der ritualisierte Tages- und Wochenablauf vermittelt den Kindern die Balance zwischen Gruppenaktivitäten und individueller, freier Beschäftigung. Im Sinne der ganzheitlichen Bildungsbegleitung wechseln Phasen der intensiven Konzentration mit Phasen der Erholung ab.  Darüberhinaus lernen die Kindergartenkinder durch das Raumkonzept Zeiten zum individuellen Rückzug und Zeiten des Erlebens in der Gemeinschaft frei und selbstverantwortlich für sich zu organisieren.

Rituale geben den Kindern Verlässlichlichkeit gleichzeitig gemeinsam erarbeitete Regeln bekommen ihren Raum.

Emmi Pikler: „Lass mir Zeit.“

Im Krippenalter spielt der Ansatz insbesondere im Bereich der achtsamen Pflege der Kinder einwichtige Rolle . Der Kerngedanke besteht darin, die Würde und Kompetenz des Kindes, seine Eigeninitiative und -aktivität von Geburt an zu respektieren. Die Grundlagen dieser Pädagogik sind die achtsame Pflege und die freie Bewegungsentwicklung.

Im Kindergartenalter heißt das für uns: Nach dem Vorbild der achtsamen Pflege und dem damit verbunden  eigenen Körperbewußtseins richten wir  ab dem dritten Lebensjahr den Fokus auf die Sauberkeitsentwicklung. Gemeinsam mit den Eltern werden Ziele erarbeitet und kindgerechte und sehr individuelle Rituale besprochen, um die Sauberkeitsentwicklung bestmöglich zu unterstützen je nach Bereitschaft des Kindes.
Im Kindergartenalter gehört das freie Spiel, besonders das freie Bewegungsspiel in geeigenten Räumen innen wie Außen dazu.
Im Außenbereich dürfen und sollen Kindergartenkinder auch alleine ohne permanente Aufsichtsperson in kleineren Gruppen spielen dürfen.

Reggio Emilia: „Der Raum als dritter Erzieher“

Viele Interaktionen können nur stattfinden, wenn auch die räumliche Umgebung entsprechend gestaltet ist, d.h. die Gestaltung der räumlichen Umgebung wirkt sich wesentlich auf die Persönlichkeitsentwicklung des Kindes aus. Die Räume sind der Ort in dem die Kinder ihre Erfahrungen machen („Erfahrungsraum“). Unsere Räume bieten Möglichkeiten für Ruhe und Sinneserfahrungen; aber auch für Aktivität und Bewegung in jeweils klar zugeordneten Spielbereichen. Es gibt Bereiche, die Werkstattcharakter haben, wie Atelier, Sinnes- oder/und Rollenspielecken und ein „Zentrum“, die sog. „Piazza“, die als Treffpunkt und Austauschpunkt dient (Marktplatz=Tischplatz/im Garten eine Bank um den zentralen Baum). Die Raumgestaltung bietet den Kindern jeder Altersstufe freien Zugang zu den Angeboten und Wahlmöglichkeit. Raumgstaltung ist veränderbar, sie richtet sich nach der jeweiligen Gruppenzusammensetzung und Bedürfnissen oder Impulsen der Kinder. Besonders im Kindergartenalter ermöglichen wir den Kindern den Raum zu erobern und diesen gemeinsam umzugestalten, neue „Werkstattbereiche“ oder Zonen zu schaffen. Ganzheitliche Projektarbeit ist ein wesentlicher Bestandteil, wodurch Kinder in einer Kleingruppe erfahren und alle Aspekte eines Thema erleben können. Anschließende Präsentationen, dienen der Bewußtwerdung der erschaffenen Ergebnisse und der Wertschätzung der Kinder.
Offenheit und Transparenz spiegeln sich auch in der innenarchitektonischen Gestaltung unserer Einrichtungen wieder durch bespw. Glastüren/-elemente. Die Einrichtung wird als Teil des „Gemeindelebens“ gesehen. Wir legen viel Wert auf die Zeit im Freien und dort unser Umfeld erkunden, besuchen beispielsweise benachbarte Seniorenwohnheime und laden Senioren als Lesepat*innen zu uns ein.

Waldorf-Pädagogik: „Der Mensch lernt das Menschsein nur am Menschen“

Ein weiterer grundlegender Baustein unsrer Pädagogik sind Elemente aus der Waldorfpädagogik. Kinder lernen durch Nachahmung, sowohl von Erwachsenen als auch von anderen Kindern. Dementsprechend wichtig ist es, Begegnungen zu schaffen, in denen die Kinder ihr gegenüber als Vorbild sehen und sich an diesem orientieren können. Ebenso wichtig sind die Sinne und das Handeln, denen Denken und Wissen nachgeordnet sind. Hauptanliegen ist die individuelle und ganzheitliche Entwicklung von Körper, Seele und Geist. Im Vordergrund hierbei stehen das fantasievolle, zweckfreie Spiel mit Naturmaterialien und das Nachspielen alltäglicher Begebenheiten und Situationen. Besonders Alltagsmaterialien ermöglichen den Kindern die Auseinandersetzung mit ihrer Umgebung und somit der Gestaltung ihrer Entwicklung. Wesentlich ist die Reflektion eines Prozesses und das Erfahren von Zusammenhängen in der WERT-Schöpfung, beipsielsweise beim Anbau von Gemüse im Garten. Eine große Bedeutung im Alltag erhalten hierbei auch die Jahreszeiten und Festtage. Besonderen Schwerpunkt möchten wir in diesem Rahmen auf die Erlebnis- und Naturpädagogik legen. Siehe „ Erlebnis- und Naturpädagogik“

Weitere Angebote

„Lilo Lausch – Zuhören verbindet“

Mit „Lilo-Lausch“ wird die Wahrnehmung für viele Sprachen erweitert, das Zuhören, die Konzentrationsfähigkeit und Aufmerksamkeit erhöht. Zudem werden verschiedene Sprachen der anwesenden Kinder mit deren Muttersprache durch aktive Einbeziehung in die Rituale und Spiele bewußt erlebbar. Dieses Konzept unterstützt unseren Ansatz des vielfältigen, multikulturellen Zusammenlebens.

Theaterpädagogik

Das Theaterspiel wird hierbei als eine spielerische Auseinandersetzung mit Körper, Raum und Stimme genutzt. Die Theaterpädagogik verbindet pädagogische Elemente mit den Ausdrucksweisen des Theaterspiels und bietet den Kindern somit die Möglichkeit, sich sowohl nonverbal als auch verbal mit ihrer Umwelt auseinander zusetzen. Die Kinder haben einen offenen Rahmen, indem sie Handlungsweisen erproben und deren Wirkung erfahren können.
Beim Theaterspielen setzen sich Kinder aktiv mit der Welt, mit sich selbst und den Anderen auseinander, sie erfahren sinnliche Wahrnehmungs- und ästhetische Erfahrungsprozesse.

Die vier Grundelemente des Theaterspiels sind:

  • Theater als nachahmendes Spiel
  • Theater als Spiel mit Symbolen
  • Theater als Spiel vor Publikum
  • Theater als spielerische Distanz zu sich selbst

Naturwissenschaft: „Haus der kleinen Forscher“

Kinder sind von Natur aus neugierig und wollen die Welt um sich herum entdecken und verstehen. Was ist Luft? Warum ist Wasser nass? In unseren Kindertagestätten werden bereits die Kleinsten spielerisch und mit viel Spaß zum Forschen eingeladen. Durch kindgerechte Experimente, die wir meist mit Alltagsgegenständen durchführen, stillen wir nicht nur die Neugierde unserer Kinder, sondern fördern weitaus umfassender: Kognition, Sprache, Feinmotorik und Sozialkompetenz. Hierfür stehen verschiedene Experimentierbereiche im Sinne von „Werkstattbereichen“ im Haus, im Garten zur Verfügung. Unsere Einrichtungen sind von der Stiftung „Haus der kleinen Forscher“ ausgezeichnet (www.haus-der-kleinen-forscher.de).

Kunst: „ Kleine Künstler“

Die sinnliche Erfahrung ist für Kinder die Grundlage ihrer Entwicklung. Um diesem Bedürfnis gerecht zu werden, bieten wir stetig die Möglichkeit sich im Umgang mit verschiedensten Materialien zu erproben. Das Bereitstellen von bspw. In der  Atelierzone stehen Alltagsmaterialien oder Farben bereit, die die Phantasie und Kreativität anregen und ermöglichen neben der Sprache eine weitere Ausdruckssweise für die Kinder.

Musik- und Medienpädagogik

Der spielerische Umgang mit verschiedensten Medien ermöglicht den Kinder zum Einen den Erwerb von Sach- und Fachkompetenz, als auch ein weiteres Feld der Ausdrucksmöglichkeit. Im Umgang mit Instrumenten, der eigenen Stimme, als auch modernen Medien wie bspw. Tablets, PC´s o.Ä. erfahren sie vielfältige Techniken, sowie Informationen über ihre Umwelt. Die verschiedenen Medien strukturieren den Alltag der Kinder und beeinflussen ihre Kommunikation.

Erlebnis- und Naturpädagogik - "Faszination Natur"

Durch die feste Integration von Wald- und Flusstagen bespw. in den Waldpark oder an den Rhein, durch aktive Gartengestaltung, tägliche Spaziergänge geben wir den Kindern die Möglichkeit für phantasievolle und freie Entdeckung und in Kontakt bleiben mit natürlichen Bedingungen und Prozesssen, wie Jahreszeiten. Naturbegegnungen fördern die gesunde Entwicklung von Kindern, alle Sinne werden benötigt, Körperwahrnehmung steigt durch Bewegung, der Verstand wird angeregt und die Kreativität findet draußen ihren freien Lauf.
Durch die direkte Selbstbildung entsteht tieferes Selbstvertrauen und gleichzeitig Entspannung, besonders für Kinder aus der Stadt, im neu erlebten Alltag. Das  Verhaltensrepertoire erweitert sich. Umweltschutz und kindliche Naturbegegnung sind sehr eng miteinander verknüpft. Die Naturerfahrungen sind wichtigster Baustein unseres Bildungsverständnis zum Nachhaltigkeitsbewußtsein. Wir vermitteln Wissen über Ökologie und naturgerechtes, umweltverträgliches Verhalten durch Vorleben, sowie Freude und Begeisterung mit der Natur gemeinsam zu erschaffen.

Generationübergreifendes Erleben: Seniorexperten

Unsere Seniorexperten führen projektbezogene Aktivitäten durch (meist sind es Lesepaten, die von den Kindern gerne in die Mitte aufgenommen werden), um so die Kinder von dem großen  Erfahrungsschatz der „Älteren“, deren Können und Fertigkeiten profitieren zu lassen. Dies ist ein weiteres Angebot die Kinder an unterschiedliche Lebensgeschichten heranzuführen und die Menschen in ihren vielfältigen Persönlichkeiten kennen zulernen.